Licht
wirkt auf uns.

Mehr Tageslicht ist immer das Ziel. Dieser Grundsatz klingt einfach, ist in der Planung jedoch differenziert zu betrachten. Denn Licht wirkt nicht nur über Helligkeit, sondern über Richtung, Dauer, Veränderung und Zusammenhang mit Raum, Nutzung und Wahrnehmung. Genau hier beginnt die architektonische Aufgabe.
Entscheidend ist zunächst die Ausrichtung des Gebäudes. Der Sonnenverlauf über den Tag und über die Jahreszeiten hinweg bestimmt, wie Räume belichtet werden, wann sie Licht erhalten und wie sich dieses Licht verändert. Morgens, mittags, abends – im Sommer anders als im Winter. Über diesen Verlauf zu sprechen und ihn mitzudenken, ist ein zentraler Bestandteil guter Planung.
Ein Beispiel: Eine Terrasse nach Norden mit einer großen Schiebeanlage erhält nie direktes Sonnenlicht, aber sehr gleichmäßiges, weiches Tageslicht. Genau dieses Licht schätzen viele Künstler – das berühmte Nordlicht –, weil es konstant ist und Farben unverfälscht wiedergibt. Solche Qualitäten lassen sich gezielt nutzen, wenn Licht von Anfang an mitgeplant wird.
Dabei spielen auch Sichtbezüge eine große Rolle. Licht wirkt anders, wenn der Blick nach draußen frei ist, wenn Himmel, Bäume oder wechselnde Wetterlagen Teil des Raumerlebnisses werden. Die Lichtwirkung verändert sich je nach Wetter: sonnig, bewölkt, diffus, klar. Diese Veränderungen nehmen wir oft unbewusst wahr, sie prägen jedoch unsere Stimmung und unser Raumgefühl nachhaltig.
Unsere Wahrnehmung ist zudem eng mit Erinnerungen verknüpft. Licht ruft Bilder, Stimmungen und Bewertungen hervor – positiv wie negativ. Genau deshalb ist Licht nie neutral. Es wird erlebt, interpretiert und emotional eingeordnet.
Hier entsteht der Mehrwert architektonischer Planung. Architektinnen und Architekten schenken Räumen Eigenschaften, die im Alltag oft als selbstverständlich wahrgenommen werden – oder ganz vergessen gehen. Gut geplantes Licht ist einer dieser stillen Mehrwerte.
Grundsätzlich lassen sich Räume unterscheiden, die vom Tageslicht dominiert sind, und solche, die vom Kunstlicht dominiert werden. Beide benötigen unterschiedliche Konzepte. Tageslicht schafft Lebendigkeit und Rhythmus, Kunstlicht sorgt für Verlässlichkeit und Nutzungssicherheit. Wichtig ist ihr Zusammenspiel.
Die Lichtfarbe hat dabei einen erheblichen Einfluss auf die Wirkung von Möbeln, Wänden, Böden und Decken. Materialien verändern sich je nach Lichtquelle, Lichttemperatur und Oberflächenbeschaffenheit. Glatte, strukturierte oder reflektierende Oberflächen reagieren jeweils anders auf Licht – sie schlucken es, brechen es oder werfen es zurück.
Licht lässt sich technisch berechnen, doch das allein reicht nicht aus. Es muss auch ausprobiert, wahrgenommen und erlebt werden. Erst im Zusammenspiel von Planung, Material und Nutzung zeigt sich, ob ein Raum stimmig funktioniert.
Auch bei der künstlichen Beleuchtung stellt sich eine gestalterische Frage: Einbauleuchten, bewusst platzierte Lichtquellen – sollen Installationen versteckt werden oder ehrlich sichtbar bleiben? Beides kann richtig sein, wenn es zur Architektur und zum Raumkonzept passt.
Licht ist damit kein nachträgliches Ausstattungsdetail, sondern ein zentrales Planungsinstrument. Wer mit Licht durchplant, schafft Räume mit Qualität, Orientierung und Atmosphäre – nachhaltig und nutzerbezogen.
Wenn Sie ein Projekt haben, bei dem Raumwirkung und Raumfunktionalität im Zusammenspiel von Anfang an mitgedacht werden soll, sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns auf Ihre Projektanfrage. Einen Termin können Sie ganz bequem über unsere Website buchen.